Halbgötter in weiß oder Weißkittelmafia

Das sind Bezeichnungen die ich immer wieder höre aber meinen Erachtens nach beide ziemlich unpassend sind. Zum Einen werden Ärzte durch den Begriff hochstilisiert zu allmächtigen, allwissenden Wesen, zum anderen von dann enttäuschten Patienten als die bösen Ärzte oder auch Weißkittel abgestempelt. Was gerne vergessen wird ist die Tatsache, dass unter den weißen Kitteln ganz normale Menschen stecken. Auch ein Doktor von und zu kann Migräneattacken haben, auch Prof. Helferlein Eheprobleme oder schlicht an Übermüdung kurz vorm Zusammenbruch stehen.

Leicht gemacht bekommen es die Ärzte von keiner Seite mehr. Beim Abitur werden hohe Anforderungen auf breiten Gebieten eine Hürde die vermeiden soll das Jeder Arzt werden kann, da es ein hoch anspruchsvoller Beruf ist, kommt dann aber der Praxisalltag nützen alle wissenschaftlichen Erkenntnisse nichts mehr. Da werden Ärzten Dienste aufgebrummt die bei jedem anderen nicht denkbar wären. Dass die Konzentrationsfähigkeit nach bereits wenigen Stunden nachlässt interessiert nun nicht mehr. Der Operateur hat zu funktionieren, ob der Körper nun ein menschlicher ist oder nicht. Mindestens 100% sind hier Pflicht. Deswegen schickte der liebe Gott uns die operierenden Roboter. Wo den Mensch versagt, muss die Maschine her, Amen…

Auch die Leistungsfähigkeit eines Stationsarztes hat das übermenschliche gefälligst zu übersteigen. Der gute Mann hat gefälligst da zu sein. Immer und jederzeit und vor allem hellwach und hochkonzentriert. Das erwarten nicht nur die Patienten und Klinikchefs sondern auch die Krankenkassen, die ja schließlich genaueste Berichte, natürlich in verschlüsselter Form, haben möchten. So ist der Beruf des Arztes sehr vielseitig. Helfer, Retter, Halbgott, Bürokrat und Manager. Da ist es kaum verwunderlich dass dem Berufsstand Mediziner allmählich die tatsächlich Berufenen ausgehen.

Der kleine Landarzt hat da vielleicht noch etwas mehr Ansehen und mehr Zeit für echte Anteilnahme, betrachtet man sich jedoch die überall an Praxistüren aushängenden Abrechnungsmodelle sollte man besser überlegen ob der Berufsstand des Tierarztes nicht einträglicher wäre. Wer arbeitet schon für einen solch obskuren Stundensatz. Naja wir Autoren, die nicht gerade Joanne K. Rowling heißen vielleicht, aber wir finden das auch nicht beflügelnd und so manche Schreibblockade zeugt von Sorge um die Existenz. Die darf es freilich beim Arzt nicht geben, weder Viren, Bakterien noch der Sensenmann nimmt auf solche Sorgen Rücksicht. Jetzt wird sich Mancher aufregen und sagen dass der Arzt doch wohl genug verdiene. Das tut der eine oder andere sicherlich auch. Derjenige der eine gutgehende Praxis übernommen hat, der Glückspilz der vom gut situierten Elternhaus kräftige Finanzspritzen zum Studium und zur Einrichtung einer Praxis bekommen hat und sicher noch so manch andere vom Glück geküsste. Aber die Realität sieht heute anders aus.

Wir hätten unseren Kindern kein Medizinstudium ermöglichen können. Alleine die Regelstudienzeit beträgt ja schon 12 Semester und 3 Monate. Das bedeutet für viele Medizinstudenten den Berufsstart mit immensen Schulden. Die Frau meines Pneumologen erzählte mir einmal dass sie in der heutigen Zeit kaum noch die Chance auf eine eigene Praxis gehabt hätten. Nicht wegen des Wollens oder Könnens sondern alleine wegen dem finanziellen Aspekt. Was passiert? Die kleinen Praxen sterben aus, Landärzte werden immer weniger, anonyme Ärztehäuser in Städten werden die Regel sein.

Und was ist die Konsequenz dieser seltsamen Gesundheitspolitik? Immer mehr Spitzenärzte gehen ins Ausland, die Patienten müssen entweder einen Detektiv beauftragen um einen wirklichen Spezialisten für sein Leiden zu finden, denn Otto normal Doktor hat keine Zeit mehr für intensive Fortbildungen, er muss ja Bürokratie für die Kasse erledigen und Ärzte aus Berufung werden über kurz oder lang Geschichte sein.

Der tatsächlich leidtragende ist hier aber nur Einer, nämlich der, der am kürzesten Hebel sitzt. Der Patient. Hat man nicht zufällig das Glück Privatpatient zu sein, und ich gestehe dass ich das Vorziehen der Privatpatienten aus ökonomischen Gründen nachvollziehen kann, muss man Wochen- bis Monatelange Wartezeiten in Kauf nehmen. Eine Tatsache die Existenzen oder Leben kosten kann. Hat man die Wartezeit der Normalsterblichen, also der Kassenpatienten hinter sich gebracht, fängt das Glücksspiel erst an. Hat der Arzt überhaupt ausreichend Zeit für mich und hört er mir auch zu? Hat er Ahnung mit meinem speziellen Krankheitsbild und ist er auf dem aktuellen Stand oder muss nur dringend Geld in die Kasse und ich werde unnötig falsch behandelt, nur um diese wieder klingen zu lassen? Was meines Erachtens nach alles nicht nötig wäre, wenn der Arzt seine Leistungen anständig entlohnt bekäme und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen könnte die er für sinnvoll hält und nicht die Kassen. Interessant finde ich immer wieder die Sparmaßnahmen unseres Gesundheitswesens. Bei Epilepsiekranken ist der Wechsel eines Präparates von Hersteller A zum Hersteller B, trotz desselben Inhaltsstoffes problematisch, da erwiesenermaßen Anfälle ausgelöst werden können. Obwohl genau dies in einem ausführlichen Bericht der Apothekerfachzeitung im Jahr 2010 geschildert und vor einem Wechsel gewarnt wurde, passiert genau dies immer wieder. Der Patient muss hier aufpassen wie ein Luchs, denn nicht selten enden solche Sparverordnungen in der Klinik. Was dann die Frage aufwirft, was denn nun teurer kommt. Das Medikament was Anfallsfreiheit bescherte, auch wenn ein paar Euro teurer als das momentan günstigste Präparat, oder der Einsatz des Notarztes, mit anschließendem EEG, Blutentnahme und stationärer Aufnahme in der Klinik. Eine Hausfrau die ihrer Familie abgelaufene Lebensmittel gibt, nur weil sie zu geizig ist um Frische zu kaufen, würde man als verrückt abstempeln wenn die Familie mit Magen- Darm Koliken behandelt werden muss. Wer macht denn sowas??? Aber bei den Epilepsiemedikamenten wird so Einiges riskiert. Oftmals steht man als Patient einem Apotheker gegenüber der genau weiß das er gerade ein Risikomedikament übergibt, der jedoch zu machtlos ist um ein zu greifen. Da fragt sich der gesund denkende Mensch. Was wissen die Verantwortlichen einer solchen Gesundheitspolitik tatsächlich über ebendiese? Wenn der Gesundheitsminister hier ein Mitspracherecht hat, welche Qualifikation hat er überhaupt dazu??? Mich wundert es sowieso immer wieder wie man von einem Ministerposten zum nächsten springen kann. Allwissende Politiker?

All das macht sich im gesamten Gesundheitswesen bemerkbar und so ist es kaum verwunderlich das auch die Menschlichkeit manchen Ärzten massiv abhanden gekommen ist und das einzige was uns noch als menschlichen Patienten auszeichnet ist die Tatsache das wir auf zwei Beinen gehen (wenn wir noch können). Doch Kassen und Ärzte sollten sich nicht täuschen, in Zeiten des Internets und google ist die Eigeninformation der Patienten nicht mehr gering und mancher Patient zieht nach dem Gespräch mit dem Arzt kopfschüttelnd seiner Wege. Das Ärztehopping beginnt. Denn egal ob Kassen- oder Privat versichert, eine anständige Behandlung will jeder Patient – ob sich das nun aufs Fachliche oder auf die Menschlichkeit bezieht. Und solange es noch seltene Exemplare der Gattung Arzt aus Berufung gibt, die unsere Gesundheitspolitik noch nicht klein bekommen hat, werden wir sie suchen. Und das kostet…

 

Bleiben Sie gesund… Ihre Anja Zeipelt

 

 

 

Und hier noch ein sehr passender Artikel dazu von Dieter Schmidt (SHG Reutlingen):

 

 

Epilepsiebehandlung 1960 und 2010

Verhalten der Menschen mit Epilepsie 1960 und 2010

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, wo Epilepsie ein Tabu-Thema war. Über Epilepsie wurde in den 60er Jahren nicht gesprochen, Epilepsie wurde weitgehend ignoriert oder verharmlost. Die NS-Zeit war ja immerhin erst 15 Jahre vorbei und die damaligen Horrortaten steckten den Leuten, hauptsächlich den Ärzten, noch in den Gliedern. Immerhin waren sie es, die die damaligen unwerten Leben in den Tod schickten. Und dieselben Ärzte sollten nun Epileptiker behandeln – ein unheimlicher Spagat!! Es war also durchaus nachzuvollziehen, dass die damaligen Betroffenen und deren Angehörigen die Krankheit verheimlichten so gut es eben ging. Bei den weniger spektakulären Epilepsiearten war dies auch überhaupt kein Problem, man wurde als nervös oder fahrig diagnostiziert. Bei den großen Anfällen wurde das schon etwas dramatischer, hier stießen die damaligen Ärzte an ihre Grenzen. Es wurde die „Fallsucht“ als Erb-und Geistes-krankheit eingestuft. Ich hatte damals (1955) das große Glück, an 2 junge, mutige Kinderärzte zu geraten. Sie waren die Vorläufer der neuen Epilepsiediagnostik. Spezialisten wie die heutigen Epileptologen gab es damals nicht! Die Behandlung bestand grundsätzlich aus äußerlicher Beobachtung und, das war neu, dem EEG. Medikamente waren Brom und Valproinsäure, Uraltmedikamente die teilweise heute noch Anwendung finden.

In den letzten 25 Jahren hat sich enormes getan. Diagnostische Gräte wie CMT, MRT wurden immer mehr verfeinert auch die Medikamente wurden immer besser und griffen die inneren Organe nicht mehr so sehr an. Zu guter Letzt kam die Epilepsiechirurgie, die schwere Epilepsien sehr gut behandeln kann. Man kann also insgesamt sagen, dass die gesamte Epilepsiebehandlung einen Erfolg verzeichnen kann.

Was gravierend auffällt, ist das Verhalten der Menschen damals und der Menschen heute.

Damals waren die Menschen bei weitem nicht so aufgeklärt wie heute, der Arzt war noch der Gott im weißen Kittel! Seine Meinung zählte und man glaubte es. Die Grand-mals wurden mit „Kanonen“ beschossen und die kleinen Anfälle meist vernachlässigt. Man kann sagen, wir waren sehr naiv weil wir es nicht besser wussten. Aber die Anzahl der Epileptiker muss sogar noch höher gewesen sein als heute. Denn es gab ja viele Kriegsverletzte mit Kopfwunden und solche Menschen hatten oft Epilepsie. Aber, und da wiederhole ich mich leider gerne, auch diese Leute verschwiegen ihre Krankheit.

Heute sind die Menschen durch die neuen Medien so gut aufgeklärt, dass die Ärzte sehr in Nöte kommen, wenn ein selbstbewusster Epileptiker als Patient in die Praxis kommt. Das ist gut dass mancher Epileptiker sein eigener Spezialist geworden ist, aber Voraussetzung für eine gute Behandlung kann nur eine gegenseitige vertrauliche Basis sein.

Diese Entwicklung ist für uns sehr gut und sollte unbedingt in allen Köpfen etwas ermöglichen. UND WENN ES NUR DEMUT WÄRE.


Dieter

 

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Kommentare: 19
  • #1

    Simone (Dienstag, 17 Mai 2011 14:41)

    Hallo,
    ein gutes und zugleich heikles Thema. Da ich selber in so einem Terrain arbeite, kann ich dazu nichts sagen.

  • #2

    Anja (Dienstag, 17 Mai 2011 14:57)

    Das ist mein Vorteil, ich kann frei sprechen. Allerdings habe ich ja nichts gegen die Ärzte gesagt also dürfte das auch keim ein Problem sein ;-)

  • #3

    Dieter (Dienstag, 17 Mai 2011 22:41)

    Auch ich habe hier überhaupt keine Berührungsängste. Ärzte sind Fachleute richtig, aber sie werden durch die Mühlen der Bürokraten getrieben. Was dann herauskommt, hat Anja oben sehr treffend beschrieben. Es es für uns Patienten eigentlich eine Katastrophe dass die besten Leute aus Deutschland flüchten. Bei uns ausgebildet, mit unseren Steuergeldern gefördert und dann werden sie als fertige Ärzte schändlich im Stich gelassen, Die Gesundheitspolitik ist nicht mehr am gemeinen Bürger interessiert, sondern nur noch am kalten Profitdenken. Und da möchte ich auch die Industrie nicht ausschliessen. Sie haben grosse Macht, aber beim Geld hört eben auch bei denen jegliche Freundschaft auf. Unsere Welt ist kalt geworden. Da werden erfolgreiche Behandlungen mit guten Medikamenten, durch schlechte Generika unterminiert. Das ist die Wahrheit und wir werden in Zukunft nur noch 2te Wahl von den Medikamenten auf dem Markt haben. Wenn ihr so wollt , Wir haben nach der Butterberg, dem Fleischberg, dem Getreideberg nun auch noch einen Medikamentenberg. Wir werden vor vollen Tellern verhungern, weil nur noch schlecht Ware bezahlbar sein wird. Das ist meine Vision und ich hoffe, dass ich von allen richtig verstanden werde. Geld macht reich und kalt, aber man kann ohne Geld mit einer chronischen Krankheit nur in eine düstere Zukunft blicken. :-(

  • #4

    Sylvia (Mittwoch, 18 Mai 2011 08:29)

    ...oder seine Überzeugungen ändern.
    Dieser Blog bestärkt mich nochmal darin, meinen "altenativen Weg" zu gehen.
    Bin übrigens sehr an positiven Erfahrungen jenseits der Schulmedizin interessiert.

  • #5

    Anja (Mittwoch, 18 Mai 2011 18:34)

    Leider ist aber auch der alternative Weg sehr teuer. Ich habe bei meinem Hausarzt auch schon Einiges jenseits der Schulmedizin probiert aber wirklich überzeugt hat mich nur die Akupunktur.

    Natürlich kommt das auch auf die Krankheit an. Eine Allergie kann man mal mit was Alternativem probieren, Krebs oder Epilepsie dagegen finde ich schon gefährlich und würde ich niemals tun.

    Zuerst vertraue ich aber meinem Arzt. Vielleicht nicht dem ersten den ich konsultiere aber wenn ich einen gefunden habe dem ich vertraue, dann bleibt das Vertrauen auch ewig!



  • #6

    Sylvia (Mittwoch, 18 Mai 2011 19:26)

    Ich meine nicht nur die Alernativmedizin. Das, was z.B. ein Dr. Rau aus der Schweitz, Rüdiger Dahlke und Clemens Kuby zum Thema Epilepsi sagen bzw. herausgefunden haben, finde ich sehr wichtig.
    Ja, und was ist wirklich gefährlich? Die Medikamente sind's leider auch.

  • #7

    Dieter (Mittwoch, 18 Mai 2011 22:40)

    @Sylvia, ok. wenn das das was bringt ist das in Ordnung. aber ich würde doch die alternative Medizin nur als Unterstützung zur Schulmedizin nehmen. Vor Schamanen und Scharlatanen möchte ich gerade bei Epilepsie warnen.
    Von Selbstheilung habe ich schon gehört, soviel ich weiss ist die Erfolgsrate 1%, und das finde ich schon sehr riskant.

  • #8

    Anja (Donnerstag, 19 Mai 2011 09:43)

    Das interessiert mich jetzt aber, was haben die denn heraus gefunden? Davon habe ich bisher noch nichts gehört.

    Gefährlich finde ich es, wenn bei schweren Epilepsien die mit Verletzungen einher gehen, oder häufig mal einem Status Epilepticus, die Schulmedizin zugunsten der Alternativmedizin abgelehnt wird.

  • #9

    Dieter (Freitag, 20 Mai 2011 20:45)

    Das sehe ich auch mit großer Sorge,dass viele Leute die es sich finanziell leisten können einen andern Weg suchen. Es es ja durchaus verständlich und auch menschlich, jede Möglichkeit auszuschöpfen und sich an den kleinsten Strohhalm zu klammern. Aber die Homöopaten sagen selbst (und da habe ich 2 anerkannte Adressen) , dass alternative Medizin bei Epilepsie nur unterstützend wirken kann.
    Hier muss mit aller Deutlichkeit gesagt werden, dass Antiepileptika bei Epilepsien am besten wirken. Es wird durch sie zu 70% Anfallsfreiheit erreicht. Das ist ein super Ergebnis. Das Nebenwirkungen entstehen können, steht ausser Zweifel. Aber wenn zwischen einer Behandlung mit Anfallsfreiheit und einer teuren, dubiosen Behandlung zu wählen ist, dann sehe ich die Schulmedizin als den Weg schlechthin, gerade auch für den Kassenpatienten.

  • #10

    Sylvia (Sonntag, 22 Mai 2011 12:12)

    Das ist ja interessant, was hier entstanden ist.
    @Dieter, das mit der Homöopathie sehe ich auch so.
    Ich bin einfach davon überzeugt, daß es Möglichkeiten dieser heftigen Mittel gibt und es hier auch nicht zwingend ist, daß man viel Geld dafür ausgibt.
    @Anja, gern kann ich dir über meine Infos und Erfahrungen dazu berichten, dies würde an dieser Stelle aber den Rahmen sprengen.

  • #11

    Anja (Montag, 23 Mai 2011 08:30)

    Ich finde das kannst Du ruhig tun, der Blog ist ja für alle Leser und nicht für mich ;-) Ich denke das interessiert sicher Viele. Du kannst auch Links dazu stellen wenn Du magst.
    Allerdings ist klar, dass da Viele skeptisch sind. Aber das ist ja bekannt, ich bin auch eher ein wissenschaftlich Gläubiger ;-)

  • #12

    Simone (Dienstag, 24 Mai 2011 08:38)

    Hallo,
    ich selber stehe der Homöopathie etwas kritisch gegenüber...ähmm also spezifisch auf Epilepsie.
    Ich finde es ist genau so wie wenn man bei Diabetes auf sowas zurückommt.
    Dagegen bei kleinere Erkrankungen, wie z. B. Erkältungskrankheiten od. Neurodermitis könnte ich mir die Alternativmedizin vorstellen.
    Ich finde die Alternativmedizin ist da nicht so weit.
    Wenn man sich überlegt, welche Wirkstoffe in diesen Medikamenten drin ist.
    Ich hätte z. B. gar keine Lust alternativ mich behandeln zu lassen und dann einen Status zu bekommen.

  • #13

    Wilhelm (Freitag, 03 Juni 2011 14:33)

    Aus eigener Erfahrung kann ich nur bestätigen, dass ohne die technische Entwicklung und die dazu gehörigen Behandlungsmethoden seit Mitte der achtziger Jahre ein Großteil der an Epilepsie erkrankten Personen ein schlechteres Leben führen würde. Die Behandlung mit Medikamenten hinsichtlich der Dosis war bei mir persönlich schon grenzwertig, da zwar anfallsmindern wirkend, aber mit erhöhten Nebenwirkungen als Folgeerscheinungen. Die Homöopathie war Mitte der siebziger bzw. Ende der achtziger Jahre des vorhergehenden Jahrhunderts noch nicht besonders ausgereift. Glücklicherweise gibt es ja die Möglichkeit von der Neurologie in die Neurochirurgie zu wechseln. Eine OP würde ich jedem entfehlen, wo als Auslöser eine Vernarbung oder ähnliches ermittelt wurde; besonders im Bereich der Schläfenlampen. Wer Angst davor hat, dem kann ich persönlich sagen, dass es bei mir vor 23 Jahren, 1988, auch geklappt hat. Bisher sind keine Folgen aufgetreten.

  • #14

    Anja (Montag, 13 Juni 2011 18:43)

    Ein toller Mut-mach-Beitrag Wilhelm. Leider kommt ja nicht bei Jedem eine OP in Frage aber wenn es möglich ist, haben ganz viele Menschen tolle Erfolge.

  • #15

    Dieter (Dienstag, 14 Juni 2011 15:23)

    Das finde ich super Wilhelm. 23 Jahre, Da warst ja einer der ersten die operiert wurden. Und dann gleich so erfolgreich, ich freu mich für Dich ;-) Und damals gabs noch nicht diese Möglichkeiten, die unsere Ärzte heute haben.

  • #16

    Bernd (Mittwoch, 15 Juni 2011 18:58)

    Anja, ich finde Deinen Eingangsbericht sehr logisch. Man vergisst viel zu leicht, dass Ärzte auch ein Privatleben mit all dem ganzen Ärger, den wir hier von der Seele schreiben, auch haben... Und warum sollen sie nicht fehlerfrei sein? Sind doch auch Menschen und keine Roboter. Was mich an der ganzen Thematik ärgert, viele Ärzte tun immer noch so als wären sie der Stein der Weisen. Im Grunde wollen sie nur ihre Ohnmacht nicht zeigen, denn der aufgeklärte Patient frägt schon mal gerne nach. Und wenn ein Arzt seinen Patienten sachlich, fachlich und wenns geht auch vertraulich behandelt, DANN wirds zu teuer. Der Fisch stinkt immer vom Kopf. Jetzt sind nicht mehr die Ärzte die Götter, jetzt sind es unsere Politiker. Die erzählen jetzt genau so gute Märchen, wie vor 50 Jahren der Gott in weiß.
    liebe Grüße
    Bernd

  • #17

    Jörg (Sonntag, 18 Dezember 2011 20:46)

    Ich sag mal auch es sind keine Götter aber...das mag jetzt blöd klingen aber ich war oft froh dass es sie gibt. Bereits mit 10 Jahren hatte ich einen bösartigen Tumor der erfolgreich in der UNI-Klinik Dresden entfernt wurde. Auf der nach der Ursache meiner Anfälle endeckte man ebenfalls einen Tumor. Er war zwar gutartig aber er wuchs schneller als die Ärzte dachten doch auch dieser Tumor wurde 2010 mit Erfolg in der UNI-Klinik Dresden enfernt meine Familie war sehr dankbar und vor allem. Auch Nichtgötter können Wunder bewirken. Danke

  • #18

    Anja (Montag, 19 Dezember 2011 08:55)

    Ich finde das klingt nicht blöd, sondern toll!!! natürlich machen Ärzte Fehler, wie alle Menschen, aber man darf auch nie vergessen wie oft sie Manche von uns schon gerettet haben. Ich wäre jedenfalls keine 3 Jahre geworden wenn sie nicht wären und das sollte nicht das letzte Mal sein wo ich ihnen mein Leben verdanke. Und mein Sohn auch. Deswegen schließe ich mich Dir an Jörg und sage an dieser Stelle auch einfach mal DANKE! :-)

  • #19

    Diana (Sonntag, 13 September 2015)

    Ich habe Deinen Eintrag mit Interesse gelesen, er ist zwar vor 4 Jahren geschrieben worden, aber an Aktualität hat er nichts verloren. Ich bin Gott sei Dank an einen Epileptologen geraten, der sich Zeit für mich nimmt. Eine Ausnahme? Jedenfalls gibt es noch solche Ärzte, die einen ernst nehmen und auch vertraulich sind. Er riet mir auch zu einem Psychologen zu gehen, da ich auch psychogene Anfälle habe. Deren Ursprung liegt wahrscheinlich in meiner schlimmen Kindheit. (Sexuell vom Stiefvater missbraucht).
    Deshalb finde ich diesen Eintrag sehr hilfreich, er macht Mut. Ich danke Dir dafür.
    ganz herzliche Grüße von Diana