Schulmedizin und Homöopathie bei Epilepsie? (von Gastschreiber Dieter Schmidt)

Schulmedizin

Hausarzt, Neurologe, Psychologe, Epileptologe


Naturheilmedizin

Heilpraktiker, Homöopathen, Naturheilkundler, Selbstheiler, Schamanen, Priester, und selbst Jesus war ein Heiler

Der Grundsatz: Wer heilt hat recht, gilt immer.

Man sagt, für jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen. Es wird auch von der heilenden Kraft des Lachens geredet. Seelenheilkunde war schon immer ein großes Thema.

Es hat in allen Kulturen Menschen gegeben, die heilerische Fähigkeiten mit der Unterhaltung verbanden. Und dann gab’s da noch den Medizinmann.

Ein Großteil der Medizin ist immer Seelenheilkunde gewesen, doch dafür fehlt den Ärzten in unserem Kassensystem heute oft die Zeit, deshalb sind ja auch Heilpraktiker so beliebt. Es ist natürlich eine Sache der Finanzierung und hier sind betuchte Leute sehr im Vorteil. Man sagt nicht umsonst, was nichts kostet ist nichts. Was teuer ist MUSS gut sein. „Glaube versetzt Berge“!


Aber, bei den schweren chronischen Krankheiten kann die Naturheilkunde der Schulmedizin nur unterstützend helfen. Nachweislich können hier nur Pharmazeutische Mittel wie Antiepileptika bei Epilepsie mit Erfolg wirken. Das wird immer wieder gepredigt, aber es hören nur die zu, die sich den Heilpraktiker nicht leisten können. Schade eigentlich, denn auch Schulmedizin und Heilmedizin könnten ein durchaus starkes Team in unserer Gesundheitspolitik sein.


Freie Therapiewahl für alle

Ein Hauptinteresse, das uns alle eint, ist unsere Gesundheit. Wer als Pflichtversicherter krank wird und schulmedizinische Therapien und Medikamente NICHT wünscht, sieht sich mit mindestens zwei Problemen gleichzeitig konfrontiert.

Der Hausarzt kennt sich mit Naturheilverfahren nicht unbedingt aus und der Heilpraktiker wird von der Krankenkasse nicht bezahlt. Was bleibt dem Patienten nun anderes übrig? Schulmedizinische Medikamente schlucken? Oder tief in den Geldbeutel greifen, um sich naturheilkundlich beraten und behandeln zu lassen?

Ein Herzinfarkt erfordert zum Beispiel akute medizinische Hilfe. Aber wenn die Gefahr gebannt ist, dann kommt die Naturmedizin unterstützend zum Einsatz. Das gilt auch für Krebspatienten, Epilepsiepatienten etc. Strahlen- oder Chemotherapien sind nachweislich besser verträglich, wenn sie durch Naturmedizin ergänzt werden."

Doch um welche Erkrankung es auch geht - in allen Fällen ist fachkundiger Rat wichtig. Denn falsch dosiert oder verkehrt angewendet, können auch Naturheilmittel schaden. Viele Patienten glauben, Naturheilverfahren hätten weder Neben- noch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Stimmt nicht", "Was wirkt, kann auch Nebenwirkungen haben." Die seien jedoch bei natürlichen Medikamenten "nicht annähernd so extrem wie bei vielen schulmedizinischen Arzneien".

Da der Normalverbraucher naturgemäß wenig Geld für Sonderausgaben, wie homöopathische Arznei oder Akupunktur hat, ist er automatisch der Schulmedizin ausgesetzt. Er kann sich etwas Besseres schlicht und einfach nicht bezahlen. 


Die bekanntesten Naturheilverfahren: Akupunktur, Anthroposophische Medizin, Aromatherapie, Ayurveda, Bach-Blütentherapie, Bioresonanztherapie, Chiropraktik, Erdstrahlen-Abwehr, Frischzellentherapie, Heilfasten und Entschlacken, Hildegard-von-Bingen, Homöopathie, Irisdiagnostik, Magnetfeldtherapie, Ozontherapie, Reiki, Schüßler-Salze, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Trennkost. Sie sehen schon, hier tummeln sich einige „Spezialisten“. Man könnte es mit einem Haifischbecken vergleichen…


Schulmedizin und Naturheilverfahren können sich ergänzen

Viele sagen ja schon: Ich kann mir keine Krankheit mehr leisten. Da ist viel Wahres dran.

Ich wünsche Euch optimale ärztliche Versorgung


Dieter Schmidt

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Simone (Dienstag, 07 Juni 2011 10:12)

    Hallo,
    ich kann mich da nur Dieter anschließen.
    Die ganze Naturheilmedizin und dieses ganze Drumherum kann nur begleitend eingesetzt werden.
    Aber selber finde ich auch, dass die Leute die sowas anbieten, eigentlich mehr Verantwortung tragen müssen und nicht stellenweise sonst was versprechen und Schabernack betreiben. Vieles ist nur Geldmacherei.
    Eine Epilepsie kann halt nur mit optimalster Medikamenteneinstellung beherrscht werden.
    Was nützt mir z. B. wenn ich irgenwelche Tröpfchen nehme und dann mein Leiden verschlimmere.
    Mir ist immer noch sehr wichtig, dass ich weiterhin anfallsfrei bin und hoffentlich bleibe.
    Ich gehe da auch gar kein Risiko ein.


  • #2

    Dieter (Montag, 13 Juni 2011 16:37)

    Es scheint sich hier tatsächlich nicht viel zu tun, obwohl ich mir sehr sicher bin,dass hier reges Interesse herrscht. Ich wäre dankbar, wenn auch Befürworter der Heilmedizin hier schreiben würden.

  • #3

    Petra (Freitag, 26 August 2011 11:39)

    Hallo,
    ich hab den blog jetzt gewechselt, weil ich denke dass mein text hier besser her passt.
    ich kann eure ansichten bezügl. alternativmedizin gut verstehn, grundsätzlich bin ich auch der selben meinung aber darüber hinaus gibt sie mir auch die nötige hoffnung auf genesung, was ich in der schulmedizin nicht finden konnte und die lasse ich mir nicht nehmen und schon garnicht von einem schulmediziner! bei mir fing die epi mit absencen mit ca. 12 jahren an, also beginn pupertät würd ich sagen. also besteht sogar aus schulmedizinischer sicht noch hoffnung auf genesung! :-)

    ich habs zwar eine zeit lang sogar ohne medis, nur mit alternativmedizin alleine probiert anfallsfrei zu werden, frunktionierte aber leider nicht 100%ig, mittlerweile nehm ich meine medis eh wieder. aber ich möchte einfach nichts unversucht lassen. mit keppra 1000 (1-0-1) war ich ja schon mal 2 jahre lang anfallsfrei bis ich halt mit der dosierung zum herum experimentieren anfing. ich weiß, darf/soll man nicht ohne rücksprache mit dem arzt, aber das vertrauen den schulmedizinern gegenüber ist halt schon sowas von hinüber... aber immerhin ist es mein körper, und wenn was schief geht, muss ichs eh selber ausbaden. *g*

    ich möchte halt trotz allem selber noch über meinen körper entscheiden dürfen, und nicht alles machen müssen, was da irgendso ein mensch mit einem weißen kittel mir vorschreibt. ICH bin und bleib der Herr über meinen körper, das überlasse ich keinem anderen, auch wenn er einen weißen kittel trägt!!
    ich hab mich immer schon geweigert tag täglich an meine krankheit zu denken, in dem ich ständig auf irgendetwas aufpassen muss was ich ja ev. NICHT DARF... ich geh schwimmen, ich trinke ab und zu etwas, ich gehe in die disco, ich fahre mit dem auto,... uvm. ich hab mich diesbezügl. noch nie an irgendwas gehalten, ich geb doch mein leben nicht auf wegen so einer kacke... aber ganz bestimmt nicht!! (sorry, für den ton *g*) weil wenn ich das alles gemacht hätte, wär ich jetzt nicht der mensch der ich heute bin. und unter anderem hätte ich mir bestimmt irgendwann mal eine brücke gesucht. denn als jugendlicher zu erfahren, was man alles nicht mehr darf, das ist ganz schön heavy!! ich hätte mein ganzes leben auf den kopf stellen müssen, ich hätte mich dieser krankheit komplett unterwerfen müssen, und das ließ ich schlicht und ergreifend nicht zu. und ich würds wieder so machen!!!

    ich fang jetzt erst an mich richtig mit dem ganzen auseinander zu setzen, weil ich es bis jetzt regelrecht verdrängt habe... und jetzt hab ich die nötige kraft mich näher damit zu beschäftigen, wenn ich das vorher mal gemacht hätte, wär ich wie gesagt bestimmt mal wo runter gesprungen!!
    ich bin ja der meinung, dass JEDE krankheit eine psychische ursache hat, und somit auch epilepsie und die gilt es heraus zu finden und daran zu arbeiten und diese ursache zu beseitigen. (nicht unbedingt jedes mal mit irgendwelchen mittelchen, dafür bin ich auch nicht unbedingt – ich bin eher der meinung, dass die ursache irgendwelche anerzogenen glaubensmuster oder irgendsowas in die richtung sind) und wenn du das geschafft hast diese muster zu beseitigen, deine lebenseinstellung rein ins positive zu verändern dann hast du gewonnen (das ist harte und lange arbeit, glaubt es mir *g*) und das ist mein ziel, und das werde ich nicht aus den augen verlieren und jeder der das gegenteil behauptet, dem werde ich es beweisen!!! aber in erster linie ist es mir mittlerweile egal, was andere leute denken, aber GLAUBE VERSETZT BERGE und danach lebe ich!!
    dass ich medikamente nehmen muss, das wird mir nicht erspart bleiben und mit dem hab ich auch bereits gelernt umzugehn und akzeptiere es auch, aber mit der chemie alleine gebe ich mich nicht zufrieden.... der rest wird alternativmedizinisch gemacht, und da ist mir nichts zu teuer!!

    meine geschichte und meine ganzen ansichten mögen sich vl. für den einen oder anderen etwas krass anhören, aber so wars und so ist es und dazu steh ich auch!! ich werde mich ganz bestimmt nicht von (m)einer krankheit beherrschen lassen, dafür bin ich die verkehrte person! :-)
    Liebe Grüße
    Petra

  • #4

    Dieter (Montag, 12 September 2011 11:14)

    Ich danke Dir Petra, Dein Eintrag spricht bestimmt vielen aus dem Herzen. Super !

  • #5

    Reinhard (Freitag, 23 September 2011 23:01)

    Hallo,
    ich bin 51 Jahre alt und habe seit ca. 25 Jahren mit Epilepsie zu tun. Damals war ich Beruf und Familie extrem angespannt. Ich denke, dass bei mir die Veranlagung da ist und meine Krampfschwelle von Natur aus niedrig ist. Deshalb reagiert mein Körper bei Überforderung mit leichten fokalen Anfällen. Anfangs waren auch ab und an "Grand Mal" dabei, die sich allerdings die letzten Jahre nicht wiederholt haben. Die Psyche spielt tatsächlich eine große Rolle. Seitdem ich vor vier Jahren wegen einer Erschöpfungsdepression stationär in Behandlung war, begann ich mein ganzes Leben neu zu hinterfragen. Ich bin Christ und denke ebenfalls, dass "Glaube Berge zu versetzen vermag", musste aber lernen Verantwortung für meinen Körper zu übernehmen und ihn nicht zu überfordern. Die Traglast war die ganzen Jahre höher als meine Tragkraft. Mein Körper verbrauchte mehr Energie, als ihm zugefügt wurde. Überforderung erzeugt Druck und Druck erzeugt Anspannung. Die akute Depression ist mittlerweilen behoben. Langsam, Schritt für Schritt, nehme ich mir mehr Zeit und gönne mir öfters eine Auszeit. Es muss nicht alles so ablaufen, wie ich es mir vorgestellt habe. Das gibt Gelassenheit. Auch die leichten fokalen Anfälle, die ca. alle zwei Monate vorkommen, anzunehmen. Davon geht die Welt nicht unter. Trotzdem bin ich enttäuscht und niedergeschlagen, wenn die Medikamente nicht wie gewünscht anschlagen. Seitdem ich die Dosis erhöht habe, statt Carpamazepin nehme ich momentan Keppra 1000-1000-2000 und Lamotrigin 200-0-300, sind die kurzen Bewusstseinsstörungen jetzt nur noch sekundenlang. Danach bin ich auch sofort wieder bei mir. Früher war ich noch Minuten lang nicht ansprechbar. Früher hatte ich auch oft ein „Flimmern“ vor den Augen.
    Ich habe auch gemerkt, dass Wetterumschwünge und Jahreszeitenwechsel meine Anfälligkeit erhöhen. Wenn dann Stress hinzukommt und ich auch noch an einen Anfall denke, dann ist es meistens so weit… Als wenn sich das entladen würde, was sich die letzten zwei Monate aufgestaut hat.
    Durch die hohe Dosierung haben sich mehr Nebenwirkungen eingestellt. Zum Beispiel das "Vergessen von Buchstaben" beim Schreiben, zittern und weniger Schlagfertigkeit. Mittlerweile habe ich Zweifel an einern 100% Wirkung der Medikamente. Ich bin ich an einem Punkt angelangt, wo ich spüre, dass die Psyche bei mir einen sehr, sehr großen Einfluss hat. Neben den Medikamenten versuche ich durch eine positivere Grundeinstellung und Entspannungsübungen, ausruhen oder spazieren gehen, alles irgendwie in den Griff zu kriegen. Meinen Teil dazu beitragen. Ich habe beruflich ein anderes Aufgabengebiet bekommen und zuhause, meine frau und ich haben acht KInder, eine Haushaltshilfe eingestellt.
    Ich fühle mich in Gott geborgen, trotz des Handicaps. Hoffe, dass es durch Therapie, Medikamente und Seelsorge besser wird.
    Viele Grüße
    Reinhard