Ab ins Fernsehen

Öffentlichkeitsarbeit für die Epilepsie-Aufklärung ist mir wichtig und ich tue Vieles dafür. Wenn aber ein TV-Format anruft und glaubt, mit mir Drama machen zu können, dann bin ich raus. Einer hatte sogar meine Geschichte neu geschrieben. Umso überraschter und erfreuter war ich, als ich die Anfrage einer Journalistin bekam, die auf meiner Wellenlänge lag. Positiv und freundlich kann sie rüber und genauso sollte eine Aufklärungssendung über Epilepsie werden.  Dass ich da nicht mehr nein sagen konnte, lag klar auf der Hand. Wenn ich etwas Gutes gegen das Stigma der Epilepsie tun wollte, dann durfte ich hier nicht ängstlich sein und sagte zu. 

Die Idee der Journalistin, mich zu einem meiner Vorträge zu begleiten und dazu noch ein Interview zu machen, wäre zwar toll gewesen, aber mein Hirn hätte da garantiert nicht mitgespielt. Deswegen kamen die netten Leute vom TV zu mir nach Hause. 

Was soll ich sagen, schon bei der Begrüßung nahmen mir das Team gleich die Angst, weil wir das formelle "Sie" gleich übersprungen. 

Damit fiel ein kleines bisschen Anspannung von mir ab und ich konnte (fast) locker ich selbst sein. 

Ich staunte nicht schlecht, was da alles in unser Haus getragen wurde. Mein riesiges Wohnzimmer schrumpfte zusehends unter dem Eindruck der Kameras, Lampen, Kisten und des Tonequipments. 

 

Nach dem gefühlt schier endlos dauernden Aufbau der Gerätschaften war meine Stunde nun gekommen. Wir starteten mit dem Interview. 

Farblich passend zur Bluse verkabelt, musste ich nun versuchen, meine Aufregung in den Griff zu bekommen. Was bei den ersten Antworten noch leicht unsicher rüber kann, wurde zunehmend besser, weil ich mich sicherer fühlte. Viele Fragen zu mir und meiner Epi wurden gestellt und am Ende nutzte ich die Chance mein eigenes Statement dazu abzugeben. Ich bin glücklich, Nicht nur trotz, sondern auch dank meiner Epilepsie! Wer meine Geschichte kennt, weiß warum.

Anschließend stellte sich eine meiner mutigen Kundinnen der Herausforderung und stellte sich ebenfalls der Kamera. Da ich PC-Kurse gebe, ist gerade das auch ein wichtiger Teil meines Lebens, den ich durch die Epi erst entdeckt habe. Anneliese war natürlich genauso aufgeregt wie ich, aber einfach klasse. Mit Ü70 brillierte sie und schenkte mir dabei einen sehr rührenden Moment. Mein Sohn machte währenddessen Fotos von den Filmaufnahmen, damit ich tolle Erinnerungen fürs Familienalbum bekomme. 

Nach einem kurzen Mittagsschlaf, den das Team mir gönnte um Kopfseitig wieder fit zu werden, wurde erneut umgebaut. Ich übte meinen Vortrag für die nächste Epilepsieveranstaltung  und versuchte dabei immer im Bereich der Kamera und des Tons zu bleiben, was mir garnicht so leicht fiel. Apropos Ton, ich hatte großes Mitleid mit dem "Tonmeister", denn seine Arme leisteten hierbei wirklich beachtliches.

Mit diesem Tag stieg meine Hochachtung für die Menschen hinter der Kamera beträchtlich. Es wird Zeit, dass sie eine eigene Fan-Base bekommen. Ich mache hier mal den Anfang.

 

Anschließend musste natürlich auch mal eines meiner Hobbies gezeigt werden und da weder ein Männerballett im Training, noch eine Heilquelle zu pflegen war, was könnte es da spannenderes als Fische geben. Auf diese Weise bekamen einige Wasserpflanzen einen radikalen Sommerschnitt und der Kameramann ungewöhnliche Unterwasser-Aufnahmen. 

 

 

Irgendwann wird der schönste Raum einmal langweilig und so zogen wir ins obere Stockwerk weiter. 

Ich stellte meinen Löwen vor, ein Bild, was ich symbolisch während einer meiner schwierigeren Epi-Zeiten zur Motivation malte.

 

 

Selbstverständlich durften auch meine Bücher nicht fehlen, die immerhin ursächlich für unfassbar spannende Momente in meinem Leben waren, aber hoffentlich genauso hilfreich dem einen oder anderen Leser. 

Zum guten Schluss durfte der Star des Ortes vor die Kamera. Unser Hund Lilli. Gekauft, damit ich täglich raus muss, aber mit einem nicht antrainierten Anfalls-Instinkt ausgestattet, ist sie der Liebling der Familie und vielleicht jetzt auch des TV Teams. Es war auf jeden Fall unglaublich süß, als der Kameramann, in den Knien gebeugt, neben meinem Hund herlief, um beste Bilder von Lilli einzufangen. Meine Tochter war mittlerweile dazu gestoßen, um selbst ein paar Erinnerungsfotos zu schießen. 

Nachdem dieser entspannende Spaziergang abgedreht war, hatte das tolle TV Team seinen verdienten Feierabend und ich wanderte ohne Umwege in mein Bett. 

Abends gönnte ich mir mit meiner Familie noch ein Gläschen Wein um diesen denkwürdigen Tag zu feiern. Es war sicher nicht einfach, sich der Kamera zu stellen und die Öffentlichkeit in das heimische Reich einzuladen, aber ich hoffe, dass ich mit dieser Aktion einen Beitrag dazu leisten konnte, dass Epilepsie wieder ein kleines Stück bekannter und weniger tabuisiert wird.

 

Ich werde jetzt sicher noch zwei Tage an diesem Stück Arbeit zu knabbern haben, aber ich bin dankbar und froh, dass ich diese Chance- und so ein tolles Team für die Dreharbeiten bekommen habe. 

 

In diesem Sinne, Eure Anja

 

Gut zu wissen: Für diese Sendung wurde auch eine junge Sportlerin begleitet und ein Facharzt wird zu Wort kommen. Ein tolles Konzept, wie ich finde.

 

Wenn der Film in ein paar Monaten gesendet wird, dann wird hier natürlich Sendezeit und Ort erscheinen.

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Kommentare: 6
  • #1

    Geli Raff (Freitag, 23 März 2018 18:07)

    Liebe Anja, was Du auf die Beine gestellt hast, dafür gratuliere ich Dir aus ganzem Herzen und wünsche Dir noch viele Erfolge und Kraft. Liebe Grüße

  • #2

    Isolde Gail (Freitag, 23 März 2018 18:23)

    Liebe Anja,auch von mir ❣ herzliche Glückwünsche,

  • #3

    Björn (Freitag, 23 März 2018 18:52)

    Dann bin ich mal gespannt wie Bolle! �

  • #4

    Manu Stattler-Wießner (Freitag, 23 März 2018 19:53)

    Waow Anja ,suuuuuuuper ���
    Und wie toll du das hier wieder geschrieben hast,
    Profi halt ��.
    Weiter so ...�

  • #5

    Maggi (Dienstag, 22 Mai 2018 13:50)

    Hi Anja,
    tolle Aktion. �
    Ist noch nicht bekannt wann der Srndetermin ist?

  • #6

    Anja (Mittwoch, 23 Mai 2018 09:31)

    Ihr Lieben, sobald ich vom Sendetermin erfahre, stelle ich es auf meine HP und gebe es auch auf facebook bekannt. Zudem ist mit dem Sender abgesprochen, dass ich den Bericht auch hier verlinken oder posten kann. Hoffentlich klappt das dann auch ;-) Natürlich nur, wenn ich mir gefalle, kleines Spässle ...